Motivation

Angesichts der zunehmenden Komplexität industrieller Wertschöpfungsketten eröffnet die Verknüpfung menschlicher Expertise mit generativer Künstlicher Intelligenz (KI) zu hybriden Arbeitssystemen ein erhebliches Potenzial zur Stärkung der organisationalen Resilienz. Für Mitarbeitende entstehen durch den KI-Support zusätzliche Frei-räume bei der Wahl von Arbeitszeit und Arbeitsort, und ihre Problemlösungsfähigkeit wird durch die Interaktion mit der Technik gestärkt. Generative KI zur Sicherung von erfahrungsbasiertem Wissen ist bereits verfügbar, aber die arbeitsorganisatorische Integration unter personalstrategischen Gesichtspunkten und zur Förderung von Resilienz muss noch erprobt und validiert werden.

Ziele und Vorgehen
Im Forschungsprojekt HyKoSy werden hybride, KI-unterstützte Arbeitssysteme für Produktion, Vertrieb und Zulieferbeziehungen in acht Use Cases entwickelt und wissenschaftlich evaluiert. Der Fokus liegt auf der Konzeption neuer Arbeits-rollen und der Steigerung der Akzeptanz von KI-unterstützten Job Designs. Aufbauend auf einer Szenario-Methode und SWOT-Analyse werden mittels Critical Incident-Ansatz resilienzstärkende Faktoren identifiziert und in praxistaugliche Ansätze des Onboardings oder flexiblen Renteneintritts überführt. Bei der Validierung werden Störszenarien simuliert, um die stabilitätsbilden-den Parameter zu erfassen, in einem Resilienzmonitoring zu bündeln und in betriebliche Kennzahlensysteme zu überführen.

Innovationen und Perspektiven

Bisherige Wissensmanagementsysteme gehen davon aus, dass ausscheidende Fachkräfte durch neue ersetzt werden. HyKoSy ermöglicht den flexiblen Einsatz digitaler Assistenz in KI-gestützten Teams auch bei Fachkräftemangel und veränderter Arbeitsorganisation. Diese hybriden Arbeitsorganisationen mit KI als Brückenfunktion haben personalstrategische Relevanz und dienen der resilienzsteigernden individuellen wie organisationalen Kompetenzentwicklung.

Programm

HYKOSY wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Programm „Zukunft der Wertschöpfung – Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit“ und Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus der Europäischen Union (ESF Plus) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut (Förderkennzeichen: 02L24C050). Die Förderung umfasst rund 2 Millionen Euro für drei Jahre (01/2026-12/2028).

Projektkonsortium

Das Projektkonsortium bringt Forscherinnen und Forscher aus der Arbeitswissenschaft und der Ingenieurswissenschaft mit Akteurinnen und Akteuren aus diversen mittelständischen Unternehmen sowie Transferspezialisten im Ruhrgebiet zusammen.